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VICOMTE 1915:

...Vicomte 1915, ein Bausatz von Svenson.


Irgendwann hatte den unbekannten Erbauer wohl der Mut verlassen, das halbfertige Konstrukt wanderte auf den Dachboden und geriet in Vergessenheit.
Eines Tages wurden die Teile wohl wiederentdeckt und landeten dann im September 2002 dank eines mitdenkenden Menschen nicht im Müll sondern dankenswerterweise in der Elektrobucht. 3-2-1...jetzt meins!

So konnte ich das antike Stück ersteigern........... schon bald stand der Postmann mit einem Riesenkarton vor der Tür... darin fand ich sehr verstaubte und tatsächlich aus 1915 kommend wirkende, Fragmente eines Rumpfes sowie Tragflächen und Leitwerksteile.

Die Balsaleisten wurden akribisch mit unglaublich viel gummiartigen Leim zusammengeklebt,  die Schrauben des Fahrwerks und des Motorträgers  waren "fachmännisch" mit dem Seitenschneider gekürzt.
Die Bespannung bestand aus aufgeleimtem Seidengewebe, leider waren die Tragflächen sehr verzogen. Ich probierte, sie mit Spannlack in die richtige Form zu bringen und es gelang auch. Allerdings änderte der Verzug seinen Winkel, je nach Luftfeuchtigkeit.
Es war noch viel Arbeit nötig um dieses Gebilde zu einem vermutlich fliegbaren Objekt zu machen
Bild 1: meine erste Vicomte 1915, fertig restauriert.

Während der Arbeit an diesem Museumsstück, lernte ich auf der Vicomte meines französischen Freundes und Arbeitskollegen Jean-Pierre, zu fliegen.
Bisher hatte ich nur langjährige und ziemlich traumatische Erlebnisse im gesteuerten Abstürzenlassen von diversen Elektroseglern mit schwachen Motörchen und schweren Akkus. Ich erinnere mich besonders an ein besonders üblen “Motorsegler”, der mit geschäumten und balsaholzbeplantken Trgflächen und einem “Plura” Rumpf daherkam. Darin surrte ein Mabuchi Speed600 getrieben von 6 Zellen NiCad. Steigleistung = 0. Das Teil war viel zu schwer. Wer sich so etwas ausdenkt und anbietet. Schmerzlich erinnerte ich mich an meinen ersten Graupner UHU. Der flog t

Wie wohltuend war dagegen das Flugerlebnis mit der gutmütig  fliegenden Vicomte von Jean-Pierre und nach diesen Flugstunden war ich zwar “fertig” vor Anstrengung aber so begeistert, das ich genau so einen Flieger wollte, der glücklicherweise nun auf meinem Tisch steht.

Bild 2 rechts gross:  Detailbild des MDS-28 Motors. Er ist hängend eingebaut, hat aber trotz dieser Einbaulage einen hervorragenden Leerlauf und nimmt bereitwillig Gas an, ohne abzusaufen. Die Gemisch-Einstellnadel befindet sich als Rändelschraube an der linken Seite des Vergasers, die Leerlaufnadel an der rechten Seite, als Schraube im Gasschieber.

Bild 3 rechts klein:

Der originale “Schalldämpfer” von MDS verdient seinen Namen wirklich nicht. Bei Vollast war das Flugmodell unerträglich laut, kurzerhand überlegte ich, einen “SuperSilencer” von OS daran zu adaptieren. Da die Schraubenaufnahmen am MDS einen ca. 8mm grösseren Abstand als am Supersilencer hatten, entwarf ich einen gefrästen Aluminiumblock zwischen Motorauslass und Schalldämpfer.

Dieser trägt die Bohrungen für die Befestigungsschrauben zum Motorauslass sowie die Gewindebohrungen um den SuperSilencer anzuschrauben. Es war schon sehr anspruchsvoll, das Zwischenstück zu fräsen. Besonders der schräge Abgaskanal war schwierig zu fräsen.  Die Mühe hat sich aber absolut gelohnt, mit einem wesentlich tieferen Brummen schnurrt die Vicomte nun im Tiefflug vorbei und auch den Spaziergängern gefällt es sehr, wenn der Flieger in der Abendsonne mit angenehmen sonoren Schnurren seine Kreise zieht.

Mit kreischenden höchstourigen Verbrennerkisten macht man sich keine Freunde mehr. Das ist heutzutage ziemlich überholt.

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Bild 4:

Mit dem OS SuperSilencer ist der Motor echt so leise wie ein Viertakter - bei mehr als genügender Leistung. Als Glühkerze verwende ich eine Rossi Nr.3. Treibstoff mit 5% NitromethanDer MDS-28 ist ein sehr robuster Motor mit einem sehr guten Laufverhalten, er hat kaum Probleme bei Idle oder Vollast. Die hängende Montage, die bei der Vicomte ein Muss ist, bringt kaum Probleme. Ist der Motor an sich gut abgestimmt und in gutem Zustand. funktioniert er auch in dieser Einbaulage prima. Mit dem OS SuperSilencer ist der Motor echt so leise wie ein Viertakter - bei mehr als genügender Leistung. Als Glühkerze verwende ich eine Rossi Nr.3. Treibstoff mit 5% Nitromethan.

Bild 5:
unten links der Tank, oben vorne der NiMH-Akku mit einer Kapazität von  1800mAH, sowie der Hauptschalter in Flugrichtung rechts..

Technische Daten Vicomte 1915:

Spannweite:.......................... ........1600 mm
Flächeninhalt:................................. 40,0 dm²
Flächenbelastung:................... ....30 gr./dm²
Motor:..............................MDS28 Zweitakter
Schalldämpfer:................OS super silencer
Propeller:....................................... 9x5 APC
Klappenwege:           Seitenruder +/-25mm
                                    Höhenruder +/-10mm
Gewicht, voll ausgerüstet mit RC und Motor, unbetankt =  1806 gr
.

Flugeigenschaften:
sehr gutmütig, beim Start sind bei Verwendung des 9x5 Propellers nur kleine Seitenruderkorrekturen notwendig.
Nach Erreichen der Rotationsgeschwindigkeit nur einen kurzen Höhenruderimpuls geben, Maschine steigt selbständig weg, leichte Eingaben des linken Seitenruders sind manchmal nötig.

Im Flug mit 30% Powersetting kann man ganz entspannt und sehr langsam fliegen, es entsteht ein sehr authentisches Flugbild.   Regelmässig bleiben Leute stehen, und bestaunen die Vicomte wenn sie mit leisem Brummen in der Abendsonne in 10m niedrig vorbeifliegt.

Bei Vollgas muss man ordentlich drücken, da die Maschine sonst ziemlich wegsteigen will. Das liegt aber an der Tragflächenverwindung dieses Modells wegen der Seidenstoff-Leim Bespannung.

Nach 37 Flügen hat meine alte Vicomte nun einen wohlverdienten Platz gefunden.

Das Modell wirkt so antik das ich es nicht weiter für Flugübungen verwenden wollte, zu schade wenn doch mal ein Bruch geschehen würde.

Die Fliegerei war sehr schön, wenn auch durch die leichte Tragflächenverwindung sie immer eine ziemliche Vorliebe nach rechts hatte.

Die Ausrüstung ist bis auf den Akku komplett drin geblieben und wurde konserviert. Wer weiss, vielleicht fliegt sie ja eines Tages wieder.....

Ich beschloss, eine komplett neue Vicomte zu bauen..........

 

Bild 6:
Servoeinbauten für Höhenruder, Seitenruder und Drosselklappe

Bild 7:
durch diese Einbaulage des Schalldämpfers verölt die Vicomte fast nicht, das Flugzeug bleibt sauber.

Bild 8: hier beide Modelle auf meiner Fliegerwiese.

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