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Kosmos R+E 1

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ich war elf einhalb und zu Weihnachten bekam ich diesen tollen Experimentierkasten geschenkt.  Wahrscheinlich, damit ich nicht weitere Röhrenradions zerlegen würde.  Ein schönes Dachbodenradio meiner Grosseltern  (..sie haben es verziehen ;-)   ), wurde Opfer von ersten Untersuchungen, natürlich gab es jede Menge sehr interessante Teile darin. 

Rechts nun der Radio und Elektronik Experimentierkasten Radio+Elektronik 1 aus dem Jahre 1975, von der Franckh´schen Verlagshandlung Stuttgart. Mit dem Kasten konnten ca. 25 Schaltungen, von der Blinkschaltung bis zum MW-Ortsempfänger mit zwei Transistoren nachgebaut und studiert werden

Der Kasteninhalt bestand aus diversen Kohleschicht-Widerständen die deren Farbringe meine meine kindliche Faszination weckten, sowie viele weitere  Bauteile wie Potis, Spulen und verschiedene Kondensatoren. Ebenso faszinierend waren zwei Stück NPN-Transistoren TFK BC 238C sowie eine Diode AA112 im Glasgehäuse, bei der man sogar die Diodenspitze auf dem Halbleiter sehen konnte.

. Das MW Radioexperiment lebt auch nach 40 Jahren noch.....

 

Kosmos R+E1 1975

Dieser Kasten brachte mich begeistert zum Elektronikbasteln. Aus Basteleien wurde ein Hobby und bald ein Berufswunsch. Da es wegen der Babyboom Jahrgänge keine Ausbildungsstellen zum Radio- und Fernsehtechniker gab, machte ich eine Ausbildung zum Elektriker.

Leider hatte ich das Pech in einem üblen Ausbildungsbetrieb zu landen. Die “Lehrlinge” durften jede Menge Überstunden machen und meist Kühlschränke und Waschmaschinen schleppen. Da der Chef eine schlimme Vorliebe für Gebrauchtgeräte und in unserem Stadteil 22 verschiedene “Lager”, also Garagen und alte Gebäude gemietet hatte, durfte ich nach “Feierabend dann zwei- bis dreimal die Woche noch abends Lagerräumen, also unnützen Schrott von links nach rechts bewegen. Das Gewerbeamt entzog diesem Geschäft eines Tages die Ausbildungserlaubnis.  Bei einem anderen Betrieb in der Nähe konnte ich erfolgreich meine Ausbildung beenden.

 Aber ich wollte Elektronik und nicht Elektrokram! Ich gab nicht auf und machte den Industriemeister Nachrichtentechnik und den staatl. gepr. Techniker für Medizintechnik, letzteres weil es ein Elektrotechnik Studiengang mit sehr viel Messtechnik war.  Mit dem Medizintechniker wurde es dank einem gewissen Herrn Seehofer mit seiner Gesundheitsreform nichts ( was ein Glück!)  und nach einigen Jahren Tätigkeit als Messtechniker konnte ich immer mehr als Elektronikentwickler arbeiten und bald ein eigenes Labor etablieren.

Eines Tages sassen neben mir im Zug drei Studenten der Elektrotechnik, die sich über die 5. mathem. Ableitung von irgendwelchen Halbleiterparametern am Transistor unterhielten. Plötzlich sagte einer: jetzt haben wir schon soviel gerechnet, aber hat einer von euch so ein Teil mal gesehen? Oh!  da zuckte ich sehr zusammen.   Cool theoretisch studieren und eigentlich keine wirkliche Ahnung von Elektronik haben.

Da wusste ich wie unendlich wertvoll all die Hobbystunden und auch Rückschläge und Erfolge sowie so manches kaputte Bauteil war. Der grösste Lerneffekt ist immer beim Lösen von Problemen gegeben.  Aber heute macht man lieber akademische Risikovermeidungskonzepte. Heute gibt es furchtbar viele angehende Ingenieure die in ihrer Jugendzeit sowieso nie selber gebastelt haben, nie diese jahrelange wertvolle Erfahrungen gemacht. Das sind dann häufig später diejenigen, die nichts selber entwickeln sondern nette Papierchen, heisst  ( Spezifikationen) über irgendwas schreiben und das Produkt nur noch “outgesourct” dazukaufen wollen. Erfahrungsvermeidung durch Risikovermeidung, nicht selbst machen und erleben und mit der Zeit an den Erfolgen wachsen,  sondern lieber “easy”,  nur darüber reden.

Aber zurück dem Mittelwellenradio-Experiment des Kastens:

 die Experimentierplatte mit dem MW-Radio Experiment. Die Spule ist der MW-Schwingkreis, abgestimmt wird mit dem HF-Kern in der Spule. Mit dem kleinen Poti rechts neben der Spule wird die Rückkopplung ( sie entdämpft den Schwingkreis..)  so eingestellt, das der Sender am lautesten spielt und die Schaltung gerade noch nicht pfeift.

Schwingkreis und Rückkoppelpoti mit dem roten Stift wird der Sender eingestellt

die gelbe Platte trägt den Schwingkreis mit seinen Anzapfungen, die rote Platte trägt den Audioverstärker mit einem BC238C Epitaxial Planar Transistor für den Ohrhörer. In der Mitte sieht man den gelben Koppelkondensator, über den die HF auf die Germanium Spitzengleichrichterdiode AA112 geführt wird.  Der nachfolgende Styroflex Kondensator beseitigt die Reste der HF, das Tonsignal wird über den blauen Elko auf die Basis des Transistors für den Ohrhörer gegeben.

Kosmos_re1_mw_radio_schaltung
Kosmos_re1_mw_radio_1_1200x

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